Wie wird Neurofeedback angewendet?

grafische Darstellung Neurofeedback
    1 Gehirnfrequenzen werden in Echtzeit gemessen
    2 Diese werden analysiert
    3 Und anschließend in ihre Frequenzbereiche zerlegt
    4 Die Frequenzen sagen etwas über den aktuellen Bewusstseinszustand aus
    5 Durch Feedback können Zustände trainiert und beeinflusst werden
    6 Selbstregulation tritt ein

Beim Neurofeedback Training werden zunächst Messelektroden an ausgewählten Stellen mithilfe einer Kappe am Kopf angebracht. Die Messstellen werden vom Therapeuten je nach Symptomatik und Zielsetzung des Klienten festgelegt.
Über das Messen der Gehirnaktivitäten wird ein EEG (Elektroenzephalogramm) abgeleitet. Der Klient selbst spürt von der EEG-Aufnahme nichts und sitzt dabei ganz entspannt in einem Sessel vor einem Bildschirm. Das EEG misst alle relevanten Hirnaktivitäten und leitet diese an einen Computer weiter. Ein spezielles Computerprogramm teilt die Hirnströme in Frequenzbereiche auf und unterzieht sie einer Analyse. Alle wichtigen Daten werden in Echtzeit (mit nur 30 Millisekunden Verzögerung und 50 mal pro Sekunde) gemessen. Die Elektroden messen nur Signale. Das Gehirn selbst wird nicht durch elektrische Signale beeinflusst oder stimuliert.

Diese Datenanalyse des Gehirns wird nun über ein Feedback in Form von Bild und Ton für den Klienten auf dem zweiten Bildschirm dargestellt. Unbewusste Abläufe im Gehirn werden so für ihn sichtbar gemacht und mehr und mehr ins Bewusstsein gerückt. Das Feedback funktioniert auf dem Prinzip der operanten Konditionierung und des Implizierten Lernens link (zum Beispiel wird das Bild des Filmes schärfer und der Ton gut hörbar (Belohnung).

Mit Hilfe von abwechslungsreichen und motivierenden Trainingsspielen werden gezielte Frequenzbereiche (langsame bis schnelle Hirnströme), die für bestimmte Gedanken- bzw. Verhaltensmuster verantwortlich sind, nach unten oder ggf. nach oben trainiert. So lernt das Gehirn des Klienten, unerwünschte Reaktionsmuster (übermäßige Angst, Stress, Wut etc.), die er nur schwer willentlich beeinflussen kann, positiv zu verändern. Das bedeutet: Das vermittelte Feedback stellt eine Belohnung dar, wenn es dem Klienten gelingt, bestimmte Gehirnareale so zu aktivieren, dass er die gewünschte Gehirnaktivität erzeugt.
Unser Gehirn möchte so oft wie möglich belohnt werden. Es versucht, permanent die im Feedback versteckten Muster zu erkennen und zu verstehen, um möglichst oft eine Belohnung zu erhalten. Dieser Vorgang geschieht komplett unbewusst, ohne aktives Zutun des Klienten.