AD(H)S

Eine AD(H)S - Persönlichkeit hat Stärken und Schwächen


Obwohl ich natürlich weiß, dass ein stark ausgeprägtes AD(H)S in der Schulmedizin als psychische "Erkrankung" gilt, ist es mir ein großes Anliegen, über die weit verbreiteten Vorurteile und v.a. die negativen Assoziationen aufzuklären.
Zuerst ist es wichtig zu wissen, dass es leichte bis sehr schwere "Krankheits"-Verläufe gibt und auch nicht jeder Mensch mit AD(H)S die gleichen Symptome aufweist.
Bei sehr schweren Ausprägungen rate ich unbedingt zu ärztlicher bzw. medikamentöser Hilfe. Auch bei langanhaltenden Krisen schaffen Sie so schnelle Linderung und können im nächsten Schritt therapeutisch und mit Neurofeedback ergänzend eine große Verbesserung der Symptomatik erreichen.



Charly Chaplin Darsteller

Menschen mit leichtem bis mittelschwerem Aufmerksamkeitsdefizit mit oder ohne Hyperaktivität können oft auch ohne Therapie gut zurecht kommen. Bei den meisten reicht es vollkommen aus, sich gut über AD(H)S zu informieren und Schwächen eventuell auszugleichen.
AD(H)Sler können durchaus ein glückliches, zufriedenes und erfolgreiches Leben führen.
Viele erfolgreiche Prominente, sehen einen klaren Zusammenhang zwischen ihrer Karriere und ihrer AD(H)S-Persönlichkeit. Ihre Kreativität und assoziative Denkweise ist für viele Lebenssituationen und manche Berufe (v.a. im kreativen und sportlichen Bereich) sehr hilfreich und eine wertvolle Ressource.
Die Fähigkeit, blitzschnelle Verbindungen ziehen zu können und Neues zu kreieren, löst bei mir immer wieder Bewunderung aus.
Auch vieles wahrnehmen zu können, was andere gar nicht registrieren, zählt zu den speziellen Fähigkeiten vieler Betroffener.
Bedingungslose, spontane Hilfsbereitschaft, v.a. in Notfällen und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn beobachte ich ebenfalls sehr häufig in meiner Arbeit.
Oft sind AD(H)S - Betroffene sehr gute Berater, weil sie intuitiv und sehr schnell spüren, was es braucht.

Sie sind Zugpferde, Visionäre, Antriebsfedern, wenn man sie sein lässt, wie sie sind und ihre Stärken zum Einsatz kommen können.
Sie bereichern häufig ihr Umfeld durch Kreativität, unkonventionelle Lösungsfindung, Begeisterungsfähigkeit und Innovation.

Menschen mit einer AD(H)S Persönlichkeit kennen aber auch die anstrengende Seite.
Wenn eigene Gedanken, Gefühle und Impulse reichen, um eine begonnene Tätigkeit vollständig und bis zur Unkenntlichkeit zu zerhacken, Verzettelung, Sprunghaftigkeit, Stress und letztlich Ergebnislosigkeit zu produzieren. Schuld daran ist die mangelnde Konzentrationsfähigkeit und Impulsivität, die bei manchen stärker ausgeprägt sein kann.
Auch die besondere Art, Dinge wahrzunehmen, zu beurteilen und danach zu handeln, führt zu häufigen Auseinandersetzungen, Unverständnis der Umgebung, Stress, Ohnmacht, Verletzungen, Wut und schlussendlich zur Resignation, sozialem Rückzug oder zu oppositionellem Verhalten.
Betroffene fühlen sich oft nicht verstanden und ungerecht behandelt. Sie fühlen sich zu Unrecht kritisiert und hören immer wieder "streng dich doch mal an". Dabei strengen sie sich wahnsinnig an, meist täglich erneut und immer wieder.
Meist registriert ihre Umgebung diese Anstrengung nicht, da vieles für Nicht-Betroffene selbstverständlich ist und kaum Mühe macht.
Ein Kreislauf von Missverständnissen durch verschiedene Wahrnehmungsmodelle nimmt dann seinen Lauf, was für Menschen mit AD(H)S mit viel Frustration und seelischem Leid verbunden ist und auch ihr helfendes Umfeld immer häufiger an Grenzen bringt.
Durch diese problematischeren Eigenschaften geraten die herausragenden positiven Kompetenzen schnell in den Hintergrund, so dass das volle Potential nicht mehr ausgeschöpft werden kann.
Depressionen, Zwänge, Ängste, Burnout sind häufig die Folgen.